Reiki Kototama

übersetzt Marc Elfroth

 „Das Kototama ist keine Theorie oder gar eine Lehre. Es ist die Lebensenergie, oder Ki, aus dem das Bewusstsein in seinen Myriaden von Formen/Gestalten geboren wird.“- William Gleason, Aikido und Worte der Macht Die heiligen Klänge des Kototama.

Traditionell gibt es in Mikao Usui´s Lehren Okuden Reiki II und Shinpiden Reiki III Kototama. In der Realität sind es Mantras, aber sie werden auf eine besondere Weise gechantet. 

Kototama begann zu Mikao Usui´s Zeit an Beliebtheit zu gewinnen; dies war der Tatsache geschuldet, dass der Kaiser Meiji und seine Frau Kototama Forscher und Praktizierende waren.

Das Wort Kototama 言霊 bedeutet buchstäblich „Geist des Wortes“ oder „ Seele des Wortes“. Es steht aber auch für die spirituelle Kraft ( tama ) des Klangs ( koto).

Im Kototama gibt es Mutter und Vater Klänge. Die Mutter Klänge sind die Vokale, die das Wichtigste sind, und die Vater Klänge, die die Konsonanten sind. Wenn die Mutter und Vater Klänge vereint werden, bringen sie die Kinder klänge hervor. Es gibt 5 Mutter Klänge, 8 Vater Klänge, 5 halb Mutter Klänge und 32 Kinderklänge. Die 5 Mutter Klänge sind mit den 5 Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum verbunden. 

Die Klänge sind auch in bestimmten Mustern zum Auslösen sehr genauer Geisteszustände, die wir auch auf einer energetischen Ebene erfahren können, weil Geist und Energie verflochten sind.

Ultimative Ziel beim Chanten dieser ktototama ist, unsere Verbundenheit mit dem Universum zu begreifen. Je mehr wir beginnen, diese Verbundenheit zu begreifen, desto mehr werden wir begreifen, dass alles kototama ist. Und, wenn wir dies aus dem Blickwinkel der Verbundenheit chanten, dann bist nicht du es, der kototama chantet; es ist das ganze Universum, dass chantet.

Zum Schluss vollführten wir den „tiefen Chant“, nahmen die Vokale a,i,u,e,o und sangen sie kraftvoll mit unserem ganzen Körper und unserer Seele hinaus, Klang für klang, wie u,a,i,e... Sensei wagte immer, „diese Disziplin zu lehren ist die grösste Güte. Die erste Stufe bei deinen Übungen ist, dies zu üben. „- Satomi Myodo ( 1896-1978) Reise auf der Suche nach dem Weg ( Dies war ungefähr zu der Zeit Mikao Usui´s )

Warum ist das kototama chanten so wichtig? In japanischen spirituellen Lehren hast du Geist,Körper und Sprache ( san-mitsu- die drei Mysterien). Der Körper ist sehr physisch: wir können ihn berühren, ihn sehen etc. Wie auch immer, ist der Geist sehr subtil- wir können ihn nicht berühren, oder ihn sehen oder fühlen. Während die Sprache zwischen Körper und Geist ist, können wir sie fühlen und hören. Aber Sprache ist nicht so physisch wie der Körper und nicht so subtil wie der Geist. Mit unserem subtilen Geist zu arbeiten ist für die meisten von uns schwierig, weil es zu hintergründig, zu fein ist. Daraus folgend ist Sprache oder Chanten eine Brücke zwischen Körper und Geist. Es braucht Übung von grob ( Körper ) zu fein ( Sprache ) zu sehr fein ( Geist ).

Wir können dies in den Lehren für den Geist im System Reiki sehen, den Lebensregeln:

Ärgere dich nicht

Sorge dich nicht

Sei Dankbar

Sei deinem Weg und deinem Wesen treu

Zeige Mitgefühl mit dir und Anderen

So können wir sehen, dass die Lebensregeln alle für den Geist sind und wie wir alle wissen, sind sie nicht so leicht im Alltag zu verkörpern.

Oft lernen Leute im Reiki System zuerst die Lehren für den Körper: Heilung durch Handauflegen ist sehr physisch. Aber dann gehen wir in den Lehren eine Stufe tiefer gehen und gehen in die Lehre für die Sprache : kototama. Und durch verlängeres Üben der kototama beginnen wir, die Lehren für den Geist des Reiki Systems zu verkörpern, die Lebensregeln.

Natürlich passiert dies nicht über Nacht, und darum ist es nötig, kototama wieder und wieder und wieder zu chanten und so machen wir die direkte Erfahrung, was kototama wirklich darstellt.

„Hara ist nicht nur das physikalische Zentrum unseres Körpers; richtig verstanden, ist es auch das Zentrum unserer spirituellen Energie.“- William Gleason, Die spirituelle Grundlage des Aikido

Eines der Schlüsselelemente, an die wir uns erinnern sollten, wenn wir kototama chanten ist, dass der Klang aus unserem unteren Bauch kommen sollte. Im japanischen wird dieser Bereich hara oder tanden genannt. Wenn der Ton aus dem Hara kommt, vollführen wir tiefes Atmen ( Okinagaho im Shintoismus ) . Durch diese Art des tiefen Atmens kann der Ton durch unser ganzes physisches Sein wiederhallen, aufgrund unseres Geistes, der ruhig und zentriert ist.

Stell dir eine Klangschale vor: wenn sie umgedreht ist, wird sie nicht klingen; sie muss richtig hingestellt werden. Das ist es, was wir tun, wenn wir uns auf Hara fokussieren, sonst singen wir aus dem Kopf, was so wäre, als würden wir die Klangschale verkehrt herum hinstellen. Nun stell dir vor, du legst eine Menge Dinge ind die Klangschale ( richtig herum hingestellt ) und dann schlage sie an. Kann sie immer noch klingen? Nein, kann sie nicht, weil sie voll ist mit Krempel. Damit also kototama wirklich durch unser ganzes Sein klingen kann, müssen wir wie die Klangschale sein: leer. Unser Geist muss leer sein. Aber nun könnten wir fragen, geleert wovon? Geleert von Festhalten an der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Das kann eine Herausforderung sein. Aber je mehr wir kototama chanten und je mehr wir tief atmen in unser Hara atmen, desto leerer wird unser Geist sein, desto mehr wird der Klang durch unser ganzes Sein schwingen, desto mehr werden wir beginnen, die Verbundenheit zu allem, was ist, zu erkennen.

„kototama ist nicht nur der Klang der menschlichen Stimme. Es ist das rote Blut in deinem Hara, überkochen vor Leben. Wenn ich den Klang A O U E I chante, versammeln sich die Götter, die die Wirkung dieser kototama verursachen um mich. Ein wirkliches menschliches Wesen kann das tun, und eine ganze menge mehr.“- Morihei Ueshiba

Jeder spezifische Klang hat auch verschiedene Bedeutungen. Lasst uns das erste kototama im Reiki System anschauen OUEI:

O = Wasser. Fortsetzung einer spirituellen Handlung – reissender Strom – nach unten bewegend – physische Gesundheit – Verbindung – Anhäufung – Verstehen – sinkend

U = Einheit – universeller Körper/Geist – Rückkehr zu sich selbst – entsteht tief im Bauch – reine Existent – leer ( Form ist Leere und Leere ist Form – Herzsutra ) - direkter Geist – Balance

E = Feuer – ausdehnend – sich verzweigend um Kanäle im Körper zu werden – suchend – spirituelles Wachstum – Aufstieg

I = Erde – Zentrum – ein Punkt – Lebenskraft – Lebenswille – Sinne – Kontrolle – Zentrierung/Erdung – Kraft – Erkenntnis – Vitalität – Stabilität – Ausdehnend aus dem Körper

Also wenn wir tief in dieses kototama hineinschauen, können wir sehen, dass es uns hilft geerdet und zentriert in unserem Körper zu werden. Von diesem geerdeten und zentrierten Zustand aus können uns wir auf- und auswärts erweitern. Darum lehrte Mikao Usui uns OUEI als erstes kototama, weil wir uns als erstes unserer physischen Existenz bewusst werden müssen, bevor wir diese Erweiterung/Ausdehnung auf- und auswärts erfahren können. In dieser physischen Existenz müssen wir das Universum verkörpern.

Innerhalb dieser verschiedenen Sekten im Shinto und Buddhismus, besteht die Einteilung in die Elemente nicht; es verändert sich mit der Ansicht, die ausgedrückt wird und manchmal hängt es von der physischen Erfahung des Praktizierenden ab.“ - William Gleason- Aikido und die Worte der Kraft Die heiligen Klänge des Kototama

Wenn wir tief genug in jedes einzelne der kototama im Reiki System schauen, können wir viele Lehren sehen, die uns bei unserer Übung helfen. Im Kern ist jedes einzelne kototama eine Stufe zum nächsten, sie bilden eine Bahn – vom Nicht-Kennen unseres wahren Selbst zum Kennen unseres wahren Selbst. Eine Bahn zum Erkennen, dass alles kototama ist.

 

 


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